Wissen

Vortrag vorbereiten und aufbauen

Ein überzeugender Vortrag beginnt lange vor dem ersten Satz: mit einem klaren Ziel, einem einfachen Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss und Folien, die Ihren Vortrag unterstützen, statt ihn zu ersetzen1,2,3. Wie lang er wird, finden Sie am sichersten heraus, wenn Sie ihn mehrmals mit Timer proben4.

Ziel und Publikum klären

Bevor Sie Folien bauen, klären Sie zwei Fragen: Was sollen die Zuhörer am Ende wissen oder tun? Und was wissen sie schon?

  • Fassen Sie den Ausgangspunkt in einer einzigen Frage zusammen und machen Sie deutlich, warum sie wichtig ist2.
  • Nicht jedes Detail gehört in den Vortrag: Im Mittelpunkt steht der Gesamtzusammenhang2.
  • Passen Sie Fachbegriffe an Ihr Publikum an und formulieren Sie präzise2.

Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss

Ein klarer, einfacher Aufbau hilft dem Publikum, Ihnen zu folgen; der rote Faden muss immer erkennbar sein1.

  1. Einleitung: Hinführung zum Thema und ein Überblick über den Ablauf (Agenda)1. Das Hauptergebnis dürfen Sie schon kurz vorwegnehmen2.
  2. Hauptteil: der Schwerpunkt des Vortrags, mit Kernaussagen und Beispielen, nicht mit Unterpunkten überladen1.
  3. Schluss: eine kurze Zusammenfassung, der Rückgriff auf den Einstieg und ein Ausblick1.

Redezeit planen

Wie viele Minuten ein Text dauert, hängt von Ihrem eigenen Sprechtempo ab. Messen Sie es, statt es zu schätzen: Sprechen Sie einen Abschnitt laut und in Vortragstempo und stoppen Sie die Zeit.

  • Für Folien nennen Hochschul-Leitfäden als Richtwert etwa 2 bis 3 Minuten Sprechzeit pro Folie1,3.
  • Stichwortkarten mit Nummern und Zeitmarken zeigen Ihnen während des Vortrags, ob Sie im Zeitplan liegen1.
  • Proben Sie mehrmals mit Timer; dann können Sie noch kürzen oder ergänzen4.
  • Ein Presenter mit Timer meldet die Zeit per Vibration, der Logitech R700 zum Beispiel zur eingestellten Zeit sowie 5 und 2 Minuten vorher5.

Presenter mit Timer

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Folien, die das Sprechen unterstützen

Folien sind die visuelle Unterstützung des Vortrags, kein Ersatz für das Manuskript2,3.

Worauf achtenEmpfehlung aus Hochschul-Leitfäden
Textmengewenig Text, möglichst keine vollständigen Sätze2; nicht mehr als fünf Kernaussagen pro Textfolie3
Kernaussageim Folientitel oder im ersten bzw. letzten Stichpunkt zusammenfassen2
Schriftgrößemindestens 16 Punkt1; ein anderer Leitfaden nennt mindestens 14, besser 18 Punkt3
Farben und Schriftgedeckte Farben und deutliche Kontraste, am besten schwarze, serifenlose Schrift auf weißem Hintergrund2
Animationensparsam einsetzen1 oder ganz darauf verzichten2
NummernFolien durchnummerieren, damit sich Rückfragen auf eine Folie beziehen können1,2

Probe und Technik-Check

  • Proben Sie laut und im Vortragstempo, am besten mit dem Presenter, den Sie auch im Vortrag nutzen.
  • Sprechen Sie frei: Frei formulierte Sätze wirken lebendiger als abgelesene, und vor Versprechern müssen Sie keine Angst haben1.
  • Nehmen Sie die Folien als Präsentationsdatei und als PDF mit, zum Beispiel auf einem USB-Stick4.
  • Prüfen Sie vor Ort Beamer, Mikrofon und Presenter und laden Sie die Akkus vorher. In einem Erfahrungsbericht der Universität Potsdam war der Akku des Funkmikrofons kurz vor Ende einer langen Veranstaltung leer6.

Kurz erklärt

Wie viele Folien brauche ich für 20 Minuten?
Hochschul-Leitfäden rechnen mit etwa 2 bis 3 Minuten pro Folie1,3, für 20 Minuten also grob 7 bis 10 Folien. Wie lange Sie pro Folie wirklich sprechen, zeigt eine Probe mit Timer4.
Wie berechne ich die Länge meines Vortrags?
Teilen Sie die Wörter Ihres Manuskripts durch Ihr eigenes Sprechtempo in Wörtern pro Minute. Das Tempo messen Sie, indem Sie einen Abschnitt laut sprechen und die Zeit stoppen. Der Redezeit-Rechner rechnet es für Sie aus.
Muss ich den Vortrag auswendig lernen?
Wörtlich nicht. Frei formulierte Sätze wirken lebendiger als abgelesene; Stichwortkarten mit den wichtigsten Begriffen, Nummern und Zeitmarken geben Halt1.
Was gehört auf die erste Folie?
Der Titel des Vortrags, Ihr Name, der Anlass und das Datum. Danach hilft eine Übersicht über den Ablauf3.

Quellen

  1. Hinweise zur Präsentation und zur Präsentationstechnik (Stand 14.05.2024) · FernUniversität in Hagen, Lehrstuhl für BWL, insbes. Unternehmensrechnung und Controlling (geprüft am 24.10.2026)
  2. Kleiner Leitfaden für Präsentationen · Universität Heidelberg, Alfred-Weber-Institut, Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik (geprüft am 24.10.2026)
  3. Leitfaden für Präsentationen (2024) · Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Marktorientierte Unternehmensführung (geprüft am 24.10.2026)
  4. Leitfaden für die Gestaltung von Präsentationen · Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Professur für BWL, insb. Financial Accounting (geprüft am 24.10.2026)
  5. Professional Presenter R700 – Quick Start Guide (mehrsprachig) · Logitech Europe S.A. (geprüft am 24.10.2026)
  6. Hybride Lehrkonzepte (Handreichung, mit Erfahrungsbericht vom 28.08.2020) · Universität Potsdam, Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (geprüft am 24.10.2026)